Raiffeisen Bank International muss den geplanten Addiko-Deal neu strukturieren
RBI bleibt auf der ganzen Addiko sitzen Serbische Zentralbank durchkreuzt Aufteilungspläne Die Raiffeisen Bank International (RBI) muss einen zentralen Teil ihrer Pläne für die Übernahme der Addiko Bank aufgeben.
RBI bleibt auf der ganzen Addiko sitzen Serbische Zentralbank durchkreuzt Aufteilungspläne Die Raiffeisen Bank International (RBI) muss einen zentralen Teil ihrer Pläne für die Übernahme der Addiko Bank aufgeben.
Getwa ist das Vorgehen serbischer Behörden gegen einen wichtigen Geschäftspartner. Die RBI gehe nun davon aus, Eigentümerin aller Addiko-Tochterbanken zu bleiben, teilte sie am Sonntagabend mit.
Die österreichische Bank rechne nicht mehr damit, dass die serbische Alta Group die erforderlichen aufsichtsrechtlichen Genehmigungen für den geplanten Weiterverkauf von Addiko-Teilen erhalte. Die Übernahme könnte die RBI damit stärker belasten als ursprünglich geplant.
An der Wiener Börse zeigten sich die Anleger unbeeindruckt: Die RBI-Aktien lagen zuletzt 2,5% höher bei 57,50 Euro. Hintergetwa ist der Lizenzentzug für die Alta Banka, eine Tochter der Alta Group.
Die serbische Zentralbank hatte der Bank am Samstag die Lizenz entzogen und damit den Weg für ein Insolvenzverfahren geebnet. Getwa sei eine erhebliche Verschlechterung der Finanzlage, die auch durch Kontrollmaßnahmen nicht habe aufgehalten werden können, teilte die Notenbank mit.
Die Entscheidung fiel kurz nach den Wahlen vom 25. Oktober, bei denen der langjährige Präsident Aleksandar Vucic abgewählt wurde.
Eine von Studenten angeführte Bewegung steht nun vor der Machtübernahme. Sie hatte zuvor eine strengere Kontrolle von Kapitalflüssen bei Banken gefordert.
Die RBI hatte sich im Bieterkampf um die Addiko Bank im August gegen die slowenische Nova Ljubljanska Banka (NLB) durchgesetzt. Dabei sicherte sie sich die Unterstützung von über 56% der Aktionäre, darunter auch die der Alta Group.
Teil der Vereinbarung war eine Aufteilung der Addiko nach der Übernahme. Die Alta Group sollte die Geschäfte in Serbien, Bosnien-Herzegowina und Montenegro übernehmen.
Die RBI wollte die Aktivitäten in Kroatien und Slowenien in ihr Netzwerk integrieren. Die Erlöse aus diesem Weiterverkauf hätten den finanziellen Spielraum der RBI erhöhen sollen.
Bereits am Samstag hatte ein Sprecher der RBI erklärt: „Unser Fokus liegt auf dem Abschluss der Übernahme der Addiko Gruppe. Danach werden wir uns dem zweiten Schritt widmen.“
Die Addiko war aus dem gesunden Südosteuropa-Geschäft der einstigen Krisenbank Hypo Alpe Adria hervorgegangen. Sie fokussiert sich auf das Geschäft mit Privatkunden sowie kleinen und mittleren Unternehmen.
Der Zusammenbruch der Hypo gilt als größte Bankenpleite in der österreichischen Nachkriegsgeschichte und kostete die Steuerzahler Milliarden. Analysten der Erste Group bewerteten die Entwicklung am Montag als negativ für die RBI.
Die Belastung für die harte Kernkapitalquote (CET1) der RBI dürfte nun bei etwa 50 Basispunkten liegen, statt der nach dem Weiterverkauf geplanten 15 Basispunkte. Dies könnte Kapital für andere Wachstumsinitiativen binden.
Zudem sei die RBI nun mit dem gesamten Portfolio von Addiko konfrontiert, einschließlich kleinerer Bankgeschäfte auf dem Westbalkan mit einer Rentabilität unter den Zielen der RBI. Als entscheidend bezeichneten die Analysten die Reaktion der Europäischen Zentralbank (EZB) auf die Änderung der Transaktionsstruktur.
Es sei unklar, ob dies die aufsichtsrechtliche Genehmigung beeinträchtigen oder den Abschluss der Übernahme verzögern könnte.
K.Edwards--CT