Nach tödlichem Brand auf Armeestützpunkt in Kanada wochenlange Ermittlungen erwartet
Nach einem der verheerendsten Brände in der Geschichte der kanadischen Streitkräfte mit vier Toten auf dem Gelände eines Stützpunkts im Westen des Landes ist die Ursache weiter unklar. Premierminister Mark Carney machte am Sonntag keine Angabe zum möglichen Auslöser. Generalmajor Wade Rutland sagte, er rechne mit wochenlangen Ermittlungen. Laut Behörden befanden sich zuletzt 19 von 39 Verletzten in einem "kritischen Zustand".
Premierminister Carney bezeichnete den Brand auf dem Stützpunkt Wainwright in der westlichen Provinz Alberta als "eine der schlimmsten Tragödien" der kanadischen Streitkräfte auf Landesboden in Friedenszeiten. Vier Armeeangehörige seien gestorben. "Dutzende weitere" seien schwer verletzt worden. Am Samstag hatte Carney erklärt, dass ein "schwerwiegender Vorfall einen Großbrand" ausgelöst habe.
Die Regierungschefin des Bundesstaats Alberta, Danielle Smith, sagte, 19 der Verletzten seien in einem "kritischen Zustand". Acht der Verletzten befanden sich nach Behördenangaben in einem "stabilen" Zustand; zwölf von ihnen wurden wegen leichterer Verletzungen medizinisch behandelt.
Nach Angaben des kanadischen Verteidigungsministeriums war das Feuer am Samstag gegen 16.00 Uhr Ortszeit (Sonntag 00.00 Uhr MESZ) im Übungsgebiet des Stützpunkts ausgebrochen. Generalmajour Wade Rutland sagte vor Journalisten, dass Soldaten während einer Übung im Freien von den Flammen überrascht worden seien. Es habe sich auf dem Gelände des Stützpunktes über Brandschutzstreifen hinweg ausgebreitet. Schließlich sei es in Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften vor Ort eingedämmt worden.
Rutland sagte, es werde aus seiner Sicht "mindestens einen Monat" dauern, bis Ermittler die Brandursache bestimmen könnten. Mit Blick auf Spekulationen, dass eine Pipeline getroffen worden sein könnte, sagte er, er gehe nicht von einem Zusammenhang mit "Öl- und Gasinfrastruktur oder einer Einwirkung von außen" aus. Erste Untersuchungen hätten keine Hinweise darauf ergeben, dies würde aber nochmals überprft, fügte er hinzu.
Der Gemeindebezirk Wainwright hatte über Onlinenetzwerke berichtet, dass sich das Feuer aufgrund von starken Winden schnell über das Areal der Militärbasis hinaus ausgebreitet habe. Militärische und zivile Einsatzkräfte hätten "unter einigen der schlimmsten vorstellbaren Bedingungen" das Feuer bekämpft und dabei ihr Leben aufs Spiel gesetzt, sagte Carney nun.
Der Stützpunkt Wainwright ist einer der größten der kanadischen Streitkräfte. Dort finden regelmäßig Übungen mit Armeeangehörigen aus Nato-Staaten statt. Der Vorsitzende des Nato-Militärausschusses, Giuseppe Cavo Dragone, sprach den Hinterbliebenen der Toten im Onlinedienst X sein Beileid aus.
Wegen des Brands wurde laut Behörden die Station in Wainwright zur vorzeitigen Stimmabgabe in der Abstimmung in Alberta über ein Unabhängigkeitsreferendum geschlossen. Die Wähler der Provinz waren am Montag dazu aufgerufen, zu entscheiden, ob ein Referendum über die Unabhängigkeit abgehalten werden solle. Die nicht bindende Volksabstimmung war von Smith initiiert worden. Carney hatte die Befürworter der Einheit Kanadas aufgerufen, unbedingt an der Abstimmung teilzunehmen.
J.Wood--CT